Aufstehen Matrosen, Reise, Reise!

Kann uns mal jemand kneifen? Es geht wirklich für ein Jahr auf Reise! Realisiert haben wir das Ganze trotz der langen Vorbereitungszeit immer noch nicht. Vielleicht liegt es gerade an der langen Vorbereitung? Irgendwie fühlt es sich am ersten Tag noch an wie der Start in einen „normalen“ 2-wöchigen „Urlaub“ an.

Fertig gepackt, Papa Stephan sitzt nochmal Probe… es kann losgehen!

Hinter uns liegen kräftezehrende Wochen voller Vorbereitungen, den finalen Arbeiten am Bus und natürlich zahlreichen emotionalen Verabschiedungen von unseren Familien und Freunden. Kurz vor unser geplanten Abreise haben wir uns dazu entschieden, unser Abreisedatum um eine Woche zu verschieben, weil die To-Do-List noch zu lang war. Aber was macht das schon? Auf eine Woche kommt es nun auch nicht mehr an bei so langer Reisezeit. Und da wir unsere Route bereits vor einigen Wochen umgeplant und nun planen von der mongolischen Grenze die China-Durchquerung zu starten, verspüren wir auch keinen allzu großen Zeitdruck mehr. Also, Fährgesellschaft angerufen, ein paar Euro Bearbeitungsgebühr gezahlt und 8 Tage gewonnen. Ein herrliches Gefühl und die beste Entscheidung, die wir in diesem Moment für uns hätten treffen können. Die gewonnene Woche konnten wir gut nutzen, um unseren Ansprüchen noch irgendwie gerecht zu werden. Aber ehrlich: man hätte ewig weiterwerkeln und -planen können!

Und dann war es Sonntagnachmittag soweit: schweren Herzens verabschiedeten wir uns von unseren Eltern, Großeltern, Anna und Jule-Wuff. Auch ein Trupp Freunde ließ es sich nicht nehmen verkatert vom Festival einen Abstecher zu machen, dass wir uns noch einmal drücken konnten. Der Abschied von unseren Lieben fiel uns schwerer als gedacht. Und so floss die ein oder andere Träne. So manch einer in der Runde vertreibt sich schon jetzt die Sorgen mit der Planung der Wiedersehensfeier im nächsten Jahr – wir freuen uns, euch dann gesund und munter in die Arme zu nehmen!

Erstes Ziel: Kieler Ostuferhafen

Unser Motor brummt, wir haben Fahrt aufgenommen. Mit gemütlichen 80-90 km/h und etwa einem Jahr Zeit im Gepäck juckelten wir von Handewitt aus über die A7 in Richtung Kiel zu unserer Fähre nach Klaipeda (Litauen).

Funfact: Malte offenbart mir nach 20km, dass er sich vorgenommen hat auf der Tour Mundharmonika spielen zu lernen. Mal gucken wie lange ich das aushalte…

Während wir das hier schreiben liegen wir nach der ersten Nacht der Reise an Deck der „Regina Seaways“, die abends in Klaipeda ankommen wird. Um uns herum Trucker, Baltikum-Reisende, Pfadfinder und auch schon die ein oder andere Karre bzw. Motorrad, von der wir uns vorstellen können sie später in Zentralasien wiederzusehen.

Wir brauchen die ruhigen Stunden offensichtlich – allein, um die letzten 2-3 Wochen Revue passieren zu lassen. Der Blick auf die Ostsee macht uns gerade bewusst, dass wir in den kommenden Monaten das für uns sonst allgegenwärtige Meer nicht mehr sehen werden. Das macht uns jetzt schon etwas wehmütig. Aber wir sind sicher, dass wir bei unserem Wiedersehen noch mehr Wertschätzung dafür aufbringen können werden als jetzt schon.

Nach 21 Stunden Fährfahrt und ein wenig Schlaf auf unseren Ruhesesseln bzw. Teppichboden wollen wir langsam wieder in unseren Bus steigen und freuen uns schon auf die erste Nacht draußen.

Litauen, wir kommen!

Die erste Buckelpiste bei der ersten Schlafplatzsuche.
Glücklich.

2 Kommentare bei „Aufstehen Matrosen, Reise, Reise!“

  1. Jürgen Ketelsen sagt: Antworten

    Ein gelungener Start. Ich bewundere euren Mut und spreche hiermit meinen Respeckt aus. Viele unvergessliche Eindrücke und Begegnungen liegen vor euch. Ich freue mich für euch und bin gespannt, was es auf dieser Seite noch alles zu sehen gibt. Gute Reise und liebe Grüße von Jimmy und Jürgen…………

    1. Jimmy, Jürgen, lieben Dank für eure schönen Worte!
      Gerade sitzen wir zusammen im Bus, um einem Regenschauer zu entgehen (, der wieder vorüber war, als wir gerade alles eingeräumt und die Tür geschlossen hatten…).
      Wir danken auch euch zweien für die netten Schnacks während des Ausbaus vor euer Haustür – ein wenig Ablenkung und Lachen hat uns vor dem Wahnsinn bewahrt. 🙂
      Auf bald!

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